1. Vorstellung des EBTC

    von

    Institutioneller Partner

     

    Unser Ziel ist:
    Treue Menschen für das Werk des Dienstes auszubilden
    2. Tim 2,2

     

    Das EBTC ist eine private Bibelschule, die 2001 mit dem Ziel gegründet wurde, Gemeinden bei der Zurüstung ihrer Mitarbeiter zu unterstützen.
    Unser Schwerpunkt und unsere Leidenschaft bestehen darin, Männer für den Predigtdienst auszubilden. Die Lehrer des EBTC sind alle in den aktiven Gemeindedienst eingebunden und kommen aus unterschiedlichen Denominationen und Regionen. Sie vereint das uneingeschränkte Vertrauen in die Inspiration, Irrtumslosigkeit und Allgenugsamkeit des Wortes Gottes für das Leben und den Dienst.
    Unser Ziel ist die Vertiefung und Festigung des Verständnisses der grundlegenden biblischen Lehren. Das Studium des Wortes Gottes ist kein Selbstzweck! Gott will, dass wir dem Bilde seines Sohnes gleichgestaltet werden.
    Im Sinne von 2Tim 4,1-5 wollen wir Gottes Wort predigen und der Gemeinde dienen, damit Gott geehrt und sein Reich vorangetrieben wird.

    Die beiden Aufbaujahre BIBLISCHE SEELSORGE I UND II richten sich an aktive Mitarbeiter (-innen) in der Gemeinde, um diese für den praktischen Seelsorgedienst in der Ortsgemeinde auszubilden und ihnen Hilfestellung für diese wichtige Arbeit zu geben.

    Der Unterricht findet jedes Schuljahr an 10 Wochenenden von September bis Juni statt.
    Inhalte und Umfang entsprechen dem Seelsorgeprogramm von ACBC (Association of Certified Biblical Counselors).

    Ziele der Aufbaujahre Biblische Seelsorge I & II:

    Biblische Seelsorge ist nicht nur für die Gemeindeleitung ein Thema, sondern alle Gläubigen sind aufgefordert einander in Liebe zu ermahnen.
    Wie in allen anderen Bereichen des Lebens bildet die Schrift auch im Hinblick auf Seelsorge die einzig verbindliche Basis, an der letztlich alles, was wir tun, gemessen wird. Als Christ soll ich mir Gedanken darüber machen, wie ich meinen Geschwistern besser dienen kann. Eine ganz praktische Art und Weise meinem Nächsten zu dienen ist, sich um das Wohl seiner „Seele zu sorgen“.
    Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass wir nicht nur gut gemeinte Ratschläge erteilen, sondern in Übereinstimmung mit der Bibel unseren Freunden mit Rat und Tat zur Seite stehen und uns immer wieder vor Augen führen, dass Gott souverän ist und es letztendlich immer um seine Ehre und Verherrlichung geht.

    Fächer der Aufbaujahre Biblische Seelsorge I & II:
    Hermeneutik (BS 1&2)
    Grundlagen der BS (BS 1)
    BS in Ehe & Familie (BS 1)
    Charakterbildung (BS 1&2)
    Fallstudien (BS 1)
    Probleme und Handhabungen (BS 1&2)
    Sprüche (BS 2)
    Praktikum (BS 2)
    Beobachten & Analysieren (BS 2)

    10 Wochenenden:
    September bis Juni

    freitags: 8:00 – 20:00 Uhr
    samstags: 8:00 – 17:30 Uhr

    15-25 Schüler pro Klasse

    ca. 10 Std. Hausaufgaben pro Woche

    Zertifikat mit 15,5 (Jahr 1) oder 13,5 (Jahr 2) Leistungspunkten

    https://ebtc-online.org/bibelschule/aufbaujahr/biblische-seelsorge/

     

  2. Warum ich? Trost aus Psalm 10

    von

    Heute stellen wir ein Buchkapitel aus David Powlisons „Seelsorge im Licht der Bibel“ vor. In diesem Buch geht es darum, die Menschen und die Probleme in ihrem wirklichen Leben zu verstehen. Powlison schreibt: „Mein Ziel in diesem Buch ist es, uns dabei zu helfen, dass wir im Kontext der Seelsorge Gott sehen. Wie können wir sehen, was er sieht, hören, was er sagt, und tun, was er tut? Wenn wir das begreifen, werden wir den Menschen mit mehr Verständnis begegnen und sind noch besser befähigt, ihre Seele zu heilen.
    Gottes Stimme spricht in das wirkliche Leben hinein! Um die Probleme des täglichen Lebens aufgreifen, erforschen und enträtseln zu können, müssen wir versuchen, das echte Leben durch Gottes Augen zu interpretieren. In Kapitel 5 wendet der Autor Psalm 10 auf Menschen in leidvollen Situationen an.

    Warum ich? Trost aus Psalm 10

    Helens Mann hat sie betrogen. Lange Jahre hat er den treuen Ehemann und Vater gespielt, der die Familie versorgt und sogar in die Kirche geht. Aber nebenher hatte er, ohne dass Helen etwas geahnt hätte, in drei verschiedenen Städten eine Geliebte. Helen hatte ihm sämtliche Finanzfragen überlassen, auch die halbe Million Dollar, die sie geerbt hatte. Er hat das Geld unter seinem Namen angelegt, einen großen Teil davon verspielt oder zur Finanzierung seines unmoralischen Lebensstils verwendet und sogar noch Schulden gemacht. Helen hat von allem nichts gewusst, aber ihr blieben andere böse Dinge nicht verborgen. Über Jahre hinweg hatte er sie zu sexuellen Praktiken gezwungen, die ihr zutiefst zuwider waren. In der Öffentlichkeit hatte er sich gutmütig gezeigt, zu Hause jedoch war er zänkisch und drohte sogar, sie zu schlagen. Regelmäßig bedachte er sie mit Schimpfworten und an jedem Problem gab er ihr die Schuld.
    Helen litt schweigend bis durch den Konkurs sein Doppelleben ans Licht kam. Helen war Christ und hatte in allem sexuellen und verbalen Missbrauch bei Gott ihre Zuflucht gesucht. Aber als ihr Leben zerbrach, kam sie sich schutzlos und verlassen vor. Die ganze Zeit hatte sich ihr durchaus echter Glaube an Gott mit dem Hang vermischt, den Schein zu wahren. „Lass dir nicht anmerken. Tu so, als wer nichts, dann wir schon alle gut.“ Aber jetzt konnte sie nicht mehr so tun als ob, Sie hatte ein Problem.
    Was sollte sie sagen? Was sollte sie denken? Was tun? Wo ist Gott in einer solch verheerenden Situation? Gott kennt unser Herz, Er weiß schon im Voraus, was wir solche Fragen in stürmischen Zeiten stellen. Und sein Wort gerade solchen Menschen in solchen Situationen Hoffnung, Kraft und Trost zu. Psalm 10 zum Beispiel wurde für Menschen geschrieben, die zum Opfer andere geworden sind. Für Menschen wie Helen. Er spricht von Klage und Zuversicht. Er handelt nicht vom So-tun-als-ob, sondern davon, wie man der Wahrheit und der Realität ins Auge sieht.

    Wenn du mehr lesen willst, kannst du dir das Kapitel 5 hier als PDF herunterladen: Seelsorge im Licht der Bibel – Leseprobe.

  3. Michael Leister

    von

    Vorstellung Leitungskreis: Michael Leister

     

    Michael war Student der Betriebswirtschaftslehre, als er zum lebendigen Glauben an Jesus Christus kam. Nach seiner Bekehrung besuchte er die Fackelträger-Bibelschule in Kanada. Anschließend gebrauchte ihn der Herr in einer Gemeindegründungsarbeit in Hünfeld/Hessen, wo er heute im Ältestendienst tätig ist. Seit 1996 arbeitet er im Vorstand der „Konferenz für Gemeindegründung“ (KfG) mit.

    Biblische Seelsorge studierte Michael in Südafrika unter Wayne Mack und am Master´s College in den USA. Er lehrt Theologie der Biblischen Seelsorge und weitere Kurse am Europäischen Bibel Trainings Centrum (EBTC).

     

    Auf die Frage hin, weshalb Biblische Seelsorge für ihn so wichtig ist, antwortete Michael:

    Ich war bereits einige Jahre im Dienst als Ältester tätig, hatte jedoch bis dahin relativ wenig oder gar keine Berührungspunkte mit dem Thema Seelsorge, so dachte ich wenigstens. Mein Denken in Bezug auf Seelsorge war ohnehin zu diesem Zeitpunkt alles andere als gesund bzw. biblisch. Bei Seelsorge dachte ich an Menschen mit speziellen Problemen, die wiederum Hilfe bei Menschen mit speziellen Fähigkeiten suchen. Doch gerade im Dienst als Ältester wurde und wird schnell deutlich, dass man an den alltäglichen Herausforderungen und Problemen der Geschwister nicht einfach vorbeigehen kann. So wichtig auch gute und auslegende Predigten bzw. Bibelarbeiten sein mögen, sie sind dennoch kein Ersatz für konkrete Lebenshilfe, die viele von uns im Laufe ihrer Nachfolge benötigen. Die konkreten Nöte einzelner Geschwister aus der Gemeinde und meine damit verbundene Hilflosigkeit, ihnen mit mehr als guten Wünschen oder einem Gebet zur Seite zu stehen, wurden somit zu einem wichtigen Faktor, der mich zur Biblischen Seelsorge geführt hat.

    Persönlich prägend war für mich die Teilnahme an einem Seminar für Biblische Seelsorge am EBTC in Berlin. Darüber hinaus wurde für mich eine KfG-Konferenz mit Wayne Mack bedeutsam. Dieser erwähnte die Möglichkeit über einen Zeitraum von zwei Jahren durch Blockseminare in Pretoria/Südafrika eine Grundausbildung in Biblischer Seelsorge zu machen – und verschiedene Menschen ermutigten mich zu einer Teilnahme. Sie wurde eine der geistlich prägendsten Erfahrungen meines Lebens. Der Wert dieser Seelsorgeausbildung lag für mich vor allem darin zu erkennen, wie der reiche Schatz biblischer Wahrheiten und Weisheiten, die uns schon längst in Seinem Wort anvertraut sind und die vielen von uns auch mehr oder minder gut bekannt sind, ganz praktisch auf das alltägliche Leben anzuwenden sind.

    Nach Abschluss dieser Ausbildung in Biblischer Seelsorge eröffnete das EBTC in Berlin den einjährigen Seelsorgekurs, bei dem ich seit Beginn als Lehrer dienen darf. Ich verstehe mich aber vor allem im Bereich der Seelsorge als lebenslanger Schüler. Gerade darf ich meine Seelsorgeausbildung im Masterprogramm  am Master´s College in den USA zum Abschluss bringen.

    Die Biblische Seelsorge hat nicht nur mein eigenes Leben, sondern auch meinen Dienst als Ältester in der Gemeinde von Grund auf verändert. Das Wort Gottes und das Evangelium unseres Herrn Jesus Christus darf ich seit dieser Zeit nicht nur als „Eintrittskarte in den Himmel“, sondern als Fahrplan und Kraftquelle für das alltägliche Leben im Hier und Heute erkennen. Heute bin ich mir bewusst, dass Biblische Seelsorge so viel mehr ist als „nur“ der Versuch, Probleme zu lösen. Seelsorge ist angewandte Theologie, Seelsorge ist Jüngerschaft. Seelsorge will, wie jeder andere Dienst der Gemeinde, Menschen helfen, ein Leben zur Ehre Gottes zu führen (Kol 1,28).

     

  4. Bist du gesund?

    von

     

    Bist Du gesund?

    Von Michael Leister

    Es gab keine Generation, zumindest in unserer westlichen Wohlstandsgesellschaft, die sich so um ihre Gesundheit sorgte wie wir heute. Im Jahr 2013 haben die Deutschen laut Statistischem Bundesamt 314,9 Mrd. EUR für ihre Gesundheit ausgegeben. Auf jeden Einwohner entfielen 3 910 Euro. Wir kaufen jede Menge Aufbaupräparate, schlucken Vitamine, achten auf Bio-Gemüse und eine ausgewogene Ernährung, besuchen regelmäßig den Arzt, lassen Vorsorgeuntersuchungen durchführen, quälen uns auf dem Heimtrainer oder finanzieren eines der vielen schönen Fitnessstudios.

    Paulus sprach auch von Gesundheit

    Der Brief, den der Apostel Paulus seinem Kind im Glauben Titus schreibt, dreht sich ebenfalls um das Thema „Gesundheit“. Allein in den ersten beiden Kapiteln spricht Paulus fünf Mal von Gesundheit (Titus 1:9; 1:13; 2:1; 2:2; 2:8). Doch in keinem der aufgeführten Beispiele geht es um die Gesundheit des Körpers. Für Christen gibt es offenbar noch eine ganz andere Gesundheit, nämlich die des Geistes bzw. des inneren Menschen.

    Was versteht Paulus nun unter geistlicher Gesundheit? Wie kann man erkennen, ob man tatsächlich am inneren Menschen als gesund bezeichnet werden kann? Paulus nennt zu Beginn von Titus 2 verschiedene Indikatoren geistlicher Gesundheit, z.B. für verschiedene Altersgruppen und Geschlechter (Titus 2,1-10). Doch dabei handelt es sich wie gesagt lediglich um Indikatoren geistlicher Gesundheit, ähnlich wie die Marker in einem Blutbild.

    Was aber ist geistliche Gesundheit?

    Dennoch bleibt die Frage, wie man geistliche Gesundheit definieren kann. Wenn wir ein Konzept, einen Ausdruck, einen Gedanken besser verstehen wollen, ist es oftmals hilfreich, sich das Gegenteil davon anzuschauen. Wenn wir die Behaglichkeit und den Segen von Wärme verstehen wollen, ist es sinnvoll, an einen kalten Wintermonat ohne funktionierende Heizung zu denken. Und genau dieses Prinzip wendet Paulus hier in seinem Brief an Titus an. Titus 2,1 leitet Paulus mit den Worten „Du ABER rede, was der gesunden Lehre ziemt“ ein. Das „aber“ zeigt einen Gegensatz auf. Demzufolge muss unmittelbar zuvor von geistlicher „Ungesundheit“, sprich Krankheit die Rede gewesen sein.

    Titus 1,16 des vorangehenden Kapitels ist eine treffliche Beschreibung vom geistlich ungesunden Menschen. Dort spricht Paulus von Menschen, die VORGEBEN, Gott zu kennen, ihn aber in ihren Werken verleugnen und sich damit für jedes gute Werk als unbewährt erweisen.

    „Ungesund im Glauben“ zu sein bedeutet also vorzugeben, man kenne Gott, man kenne sein Wort, man wisse, was er von uns erwartet, aber im praktischen Leben verleugnet man ihn. Ungesund im Glauben zu sein bedeutet, dass man eine gute Theologie besitzt, diese Theologie aber nicht unser Leben bestimmt. Zum Beispiel glaube ich, dass Gott allgegenwärtig und allwissend ist. Gleichzeitig schau ich mir aber in einem vermeintlich unbeobachteten Moment auf dem Computer, im Internet oder auf dem Handy Bilder an, die sich kein Mensch anschauen sollte, weder als Kind, noch als Erwachsener. Das ist geistliche „Ungesundheit“.

    Zwei Theologien

    Jeder Mensch hat trägt offenbar zwei verschiedene Theologien in sich. Zum einen eine Formaltheologie, von der er weiß, dass sie richtig ist. Über unsere Formaltheologie reden wir gerne, diskutieren wir gerne, verteidigen sie gerne und manche streiten sogar gerne über sie. Oft dient sie nur als Hilfsmittel, um Wissen anzuhäufen, es zu besitzen oder mit dem Wissen zu beeindrucken. Wir gebrauchen sie, um unsere Rechtgläubigkeit zu untermauern. Wir streiten über unsere Formaltheologie, nicht weil uns Gottes Ansehen und seine Gerechtigkeit am Herzen liegen, sondern um zu zeigen, dass wir im Recht sind und wir die Wahrheit und nichts als die Wahrheit kennen.

    Doch dann gibt es noch eine andere Theologie in unserem Herzen. Nennen wir sie die Funktionaltheologie. Das ist der Teil unserer Gedankenwelt, der tatsächlich unser Leben, unser Denken und unser Handeln beeinflusst und bestimmt. Das ist die Theologie, die mich erzieht oder in Zucht nimmt, die mich tröstet, die mich ermuntert, die mich ermahnt, die mich überführt, die mir hilft, ein Leben zu Gottes Ehre zu führen. Bei den meisten von uns ist diese Funktionaltheologie meistens viel kümmerlicher ausgebildet als die Formaltheologie.

    Nach Titus 1,16 ist derjenige Gesundheitszustand eines inneren Menschen pathologisch bedenklich, der vorgibt, Gott zu kennen, seinen Charakter, sein Wesen, seine Größe und seinen Willen zu kennen, dies aber durch seine Taten, durch sein praktisches Leben verleugnet. Gesund ist, wenn mein Wissen über Gott auch mein Leben mit Gott bestimmt. Wenn ich über Gnade nicht nur rede, sondern auch mein Leben, mein Umgang mit meinem Nächsten davon bestimmt wird.

    Geistliche Gesundheit ist wichtig

    Geistliche Gesundheit ist wichtig, weil das Gegenteil davon nicht etwa nur Krankheit, sondern oft auch Heuchelei ist. Unser Herr hat viel Verständnis, viel Gnade und Barmherzigkeit für die wahrhaft Schwachen im Geist aufgebracht. Doch immer wenn der Herr auf Menschen traf, die vorgaben, die Wahrheit zu kennen, sie aber tatsächlich durch ihr Leben verleugneten, war seine Geduld kurz und sein Umgang hart und deutlich.

    Die Bibel trennt nie Lehre vom Leben, nie Wahrheit von Verhalten. In meinem Heimatland Deutschland ist es gerade in konservativen Kreisen eine weit verbreitete Vorstellung, geistliche Gesundheit wäre gleichbedeutend mit orthodoxer Lehre, mit tiefgehendem und weitreichendem Wissen über den geoffenbarten Ratschluss Gottes. Doch dem ist nicht so. Gesund ist, wenn mein Wissen über Gott auch mein Leben mit Gott bestimmt. Wenn ich über Gnade nicht nur rede, sondern auch mein Leben, mein Umgang mit meinem Nächsten davon bestimmt wird. Damit ich nicht falsch verstanden werde: Gesunde Lehre ist zweifelsfrei die Voraussetzung für ein gesundes Leben – doch gesunde Lehre allein entspricht noch nicht einem gesunden Leben.

    Deshalb möchte ich gerade für die Verantwortlichen in unseren Gemeinde mit einigen praktischen Hinweisen schließen:

    1. Wie ich erkennen viele von uns in der Auslegungspredigt die Predigtform, die es vermag, die Bedeutung des Wortes Gottes unverfälscht wiederzugeben. Doch gerade wir müssen uns nicht selten in Erinnerung rufen, dass der Nutzen des Wortes Gottes nach 2. Timotheus 3,16 nicht nur im Lehren liegt, sondern auch im Überführen, Zurechtbringen und Unterweisen. Und dieser Prozess ist erst dann „erfolgreich“, wenn er tatsächlich dem Zuhörenden die Gnade eines geänderten Lebens schenkt (V. 17). Zu diesem Zweck muss der Prediger den Text nicht nur sorgfältig auslegen, sondern auch auf das Leben der Zuhörer anwenden.
    2. Schauen wir uns die gängigen Jüngerschaftskurse an, die erfreulicherweise mit Junggläubigen durchgearbeitet werden. Alle diese Kurse legen sehr großen Wert auf eine biblische Belehrung, auf gute Theologie, auf gesunde Lehre. Und das richtig und wichtig, und doch gleichzeitig zu wenig! Gott wollte noch nie lediglich unseren Verstand erreichen. Ja, es beginnt mit einem veränderten Denken. Doch ein verändertes Denken muss zu einem veränderten Leben führen! Gott will nicht nur unseren Kopf, sondern auch unser Herz, unseren Charakter, unsere Hände und unsere Häuser erreichen! Gerade Junggläubige brauchen von Anfang an Anleitung, wie gesunde Lehre zu gesundem Leben führt.
    3. Viele von uns müssen ganz neu oder vielleicht zum ersten Mal lernen, was es heißt, über einem biblischen Text zu „meditieren“. Dies hat nichts mit fernöstlicher Besinnungsübungen zu tun, sondern schlicht und ergreifend mit der Praxis, nicht nur über die Bedeutung eines biblischen Textes, sondern auch über seine konkrete Anwendung für das eigene Leben nachzudenken.
    4. Gesunde Ortsgemeinde ohne auch den persönlichen Dienst des Wortes Gottes an dem Einzelnen – eben den Prozess, den wir oft „Seelsorge“ nennen – ist ausgeschlossen (Apg 20,20.31). Im letzten handelt es sich in der Seelsorge um nichts anderes als um intensive Jüngerschaft, um Menschen zu helfen, dass gute Lehre auch zu gutem Leben führt, zur Ehre Gottes.